Dortmund etabliert sich als Keimzelle für digitale Selbstbestimmung - altersgerechtes Wohnen als Exportschlager

Der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, der Gesundheitsminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und der Regierungspräsident des Bezirks Arnsberg informieren sich in der Ruhr-Metropole über ein beispielhaftes Seniorenprojekt

Dortmund, 11.04.2018 - In Zeiten lebhafter Diskussionen über Gegenwartsthemen wie Digitalisierung, Datenmissbrauch, Pflegenotstand oder Überalterung setzt die Ruhrmetropole Dortmund ein Signal für Autonomie im Alter. Mit dem hier startenden bundesweit einzigartigen Projekt Smart Service Power (SSP), rücken insbesondere Senioren in den Mittelpunkt, einer Lösung für die faire Integration von Mensch und Technik. Am vergangenen Montag ließen sich der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen sowie der Gesundheitsminister der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und der Regierungspräsident des Bezirks Arnsberg über den Projektfortschritt informieren.

Ziel von SSP ist eine Plattform für das selbstbestimmte Wohnen in den eigenen vier Wänden im Alter. Hierfür sollen Wohnungen mit Sensorik und Assistenzsystemen ausgestattet, deren Daten zusammengeführt und deren faire Nutzung gewährleistet werden. Vor rund einem Jahr gestartet und im Herbst nächsten Jahres abgeschlossen, ist SSP schon heute Vorbild für Modellregionen in Europa. Das Projekt könnte ein neuer Exportschlager aus Dortmund werden. Antonios Antoniadis, Minister für Familie, Gesundheit und Soziales in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, sagte in Dortmund: „Unsere Region eignet sich ideal als Testfeld für innovative Plattformen, die das Kunststück eines autonomen Nebeneinanders vollbringen. Die Verknüpfung der Ansprüche von Menschen aller Altersgruppen ist in Zukunft eine unserer wesentlichen Gestaltungsaufgaben".

Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, hob die besondere Bedeutung für den gesellschaftlichen Strukturwandel hervor: „Da, wo die Menschen arbeiten, entscheidet sich, ob das gesamte Projekt Europäische Union weiter läuft. Dafür müssen wir gemeinsam vor Ort die Herzen der Menschen für neue Technik gewinnen. Nicht in den Entscheidungsgremien wird neues gestartet, sondern Bewegungen müssen „hier und jetzt“, in der Praxis, entstehen".

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau betonte, dass laut Umfragen 95 Prozent der Senioren ihre Wohnungen auch im hohen Alter nicht verlassen wollen. Also dürfe es bei der Wohnungsbauförderung in Zukunft nicht mehr nur um Energieeffizienz oder die Höhe von Toilettensitzen gehen, sondern um nachhaltige Pflegekonzepte wie SSP. Sierau sieht sich hier in einem Wettbewerb um Bürger: „Wir wollen, dass die Leute wieder zurückkommen. Wenn wir das über smarte Wohnkonzepte in den Griff kriegen, kommen wir stabil auf 600.000 Einwohner.

Der Regierungspräsident Hans-Josef Vogel stellte fest, dass die Politik jetzt am Zug ist, da die Städte und Gemeinden sehr von diesem Projekt profitieren würden.

Als Mitglied im SSP-Konsortium stellt DOGEWO21 als Vertreter der Wohnungswirtschaft die Anforderung, Wohnungen sukzessive zum „3. Gesundheitsstandort“ neben Arztpraxen und Kliniken auszubauen. Geschäftsführer Klaus Graniki sieht beim EU-Besuchstermin konkrete Einsparpotenziale durch SSP: „Wir könnten die Kosten für Pflege und Betreuung durch einen dann möglichen längeren Verbleib in der Wohnung deutlich senken, wenn wir die Wohnungen technisieren".

Die Leiterin des SSP-Konsortiums Frau Dr. Bettina Horster möchte mit den monatlichen Kosten pro Wohnung unter 200 Euro bleiben – und damit nahe am Pflege-Sachkostenzuschuss von 125 Euro liegen. Außerdem, sagte Frau Dr. Horster, "Smart Service Power werde kein Kauf- sondern ein Mietmodell anbieten, um damit die Technik für die Nutzer bezahlbar und immer aktuell zu halten".

Über SSP:
Smart Service Power ist ein Verbundprojekt mit unterschiedlichen Technologiespezialisten, Forschungseinrichtungen, Netzwerken, Multiplikatoren und Anwendern. Die Mitglieder: • VIVAI Software AG (Konsortialführung) • InHaus GmbH • Fraunhofer InHaus Zentrum • InHaus Consult • FH Dortmund • Pflegedienst Hübenthal • DOGEWO21 (Dortmunder Gesellschaft für Wohnen mbH) • Stadt Dortmund • Stadt Arnsberg • Barmer GEK, Kliniken.de, • Smarthome Deutschland e.V. • Trilux GmbH • eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. • Schamp und Schmalöer, Architekten, • Smart Living – Anwendungen für Service Wohnen GmbH • covibo GmbH.

Bei Interesse vermitteln wir Ihnen gerne Interviews oder ein Hintergrundgespräch mit einem der beteiligten Unternehmen des Konsortiums. Anfragen bitte über Konrad Buck, Projekt-Pressesprecher. Mail: konrad@redbuck.de oder Mobil +49 151 46539192.

 

Fotonachweis: Gruppenfoto VIVAI Software AG/Flora Horster
Alle übrigen Fotos: Stadt Dortmund/Gaye Suse Kromer.