Ziele

Smart Service Power ist ein Verbundprojekt für die Erforschung innovativer Funktionen beim altersgerechten technikgestützten Wohnen im Quartier.

Worum geht es?

Ziel des Träger-Konsortiums ist der Aufbau eines vorwettbewerblichen Demonstrators, der Techniken für das sinnvolle Teilen von Daten aus bestehenden Präventions- und Pflegesystemen kombiniert. Bisher liegen Daten in proprietären Silos vor und werden, wenn überhaupt, oft nur unzureichend zu tatsächlichem Nutzen für Hilfs- und Pflegebedürftige veredelt. Die Vorzeigeplattform wird erstmals bestehende Funktionen aus den Bereichen E-Health, Smart Home, Ambient Assisted Living, Notrufsysteme, Pflege- und Conciergedienste integrieren. Das wird die Vorteile einer kooperativen, gemeinnützigen, auf das Wohl von pflege- und hilfebedürftigen Menschen ausgelegten Lösung sichtbar machen und ihre Realisation fördern.

Können dritte später in die Plattform einsteigen?

Durch die integrierte Lösung in der Cloud wird eine Anwendung geschaffen, die interoperabel und flexibel erweiterbar das Zusammenspiel unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche und heterogener Partner ermöglicht. Dabei wird ein Fair-Share-Ansatz erforscht und erprobt, wie sich Investitionen, laufende Kosten, aber auch Gewinne unter den Prozessbeteiligten, insbesondere auch Senioren und deren Familien, gerecht aufteilen kann. So entstehen vertrauenswürdige, vermarktungsfähige, branchenübergreifende neue Geschäftsmodelle für kleine und mittelständische Anbieter.

Wie ist das Konsortium zusammengesetzt?

Im Verbund-Konsortium sind mehrere Technologiespezialisten, Forschungseinrichtungen, Netzwerke, Multiplikatoren und Anwender vertreten. Es ist inter- und transdisziplinär ausgerichtet, sorgt für Wissens- und Technologietransfer und entwickelt mit dem Demonstrator eine ideale Basis für innovative Verwertungsansätze. Alle Partner der Wertschöpfungskette haben Erfahrung in den ihnen zugeordneten Aufgaben und verwerten die Ergebnisse auch im Rahmen ihrer internationalen Netzwerkstrukturen. Mit dem Projekt nimmt der Wirtschaftsstandort NRW eine Vorbildfunktion in der Daseinsfürsorge für seine Bürger ein und agiert als Vorreiter im wichtigen Segment E-Health.

 

Welche Vorteile entstehen für die Anwender?

Mitbürger mit Bedarf an Pflege oder Hilfen werden via SSP durch Prävention, haushaltsnahe Versorgung und vernetzte Wertschöpfungsketten so lang wie möglich sozial integriert in ihrem eigenen Quartier wohnen können. Das entspricht sowohl ihrem persönlichen Wunsch, reduziert aber auch Pflegekosten und soziale Folgekosten für Krankenkassen, kirchliche Träger und Kommunen. Und es versetzt ältere Menschen wieder in die Lage, aktiv am Gemeinwesen teilzunehmen. Technisch und bezüglich der geplanten Leistungen ist das Projekt an den Bedürfnissen älterer Mieter und des ggf. involvierten Pflegepersonals ausgerichtet. SSP möchte als Enabler für Pflege 4.0 als Spezialisierung von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge für nachhaltige Quartiersentwicklung und Prävention sorgen.

 

Wie erfolgt die technische Umsetzung?

Das Zusammenführen von verschiedenen Daten des Bewohners in Kombination mit intelligenten Analyse- und Auswertungsalgorithmen erlaubt es, nicht mehr einfach Notsignale zu ermitteln, sondern Bedarfssituationen kontextbasiert ab- und weiterzuleiten. Verläufe, Zusammenhänge und Veränderungen werden sichtbar, um proaktiv reagieren zu können. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob eine betreute Person länger nicht die Wohnung verlassen hat, ob sie gefallen ist und sofort ein Notarzt angefordert werden muss oder dass ein neues Medikament die Vitalfunktionen beeinträchtigt. Dadurch können wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die Abläufe in der Pflege effizienter gestaltet und zusätzliche (soziale) Services angeboten werden.

Und wie sicher ist das Ganze?

Die hochsensiblen personenbezogenen Daten werden in einem virtuellen Home Collector geschützt gesammelt, vernetzt und ausgewertet. Anschließend erfolgt die Übertragung der Daten zu einer sicheren Public-Cloud Plattform. Dabei werden innovative rechtskonforme Datennutzungskonzepte nach dem Open-Data-Prinzip mit differenzierten Zugriffsberechtigungen entwickelt, sodass Ärzte oder Pflegedienste rechtlich sicher auf die Daten zugreifen können.

 

Wer ist Nutznießer der beabsichtigten Lösung?

Die Plattform kommt den Ansprüchen einer Gesellschaft mit zunehmendem Anteil älterer Mitbürger entgegen und unterstützt diese Entwicklung positiv. Senioren sind keine Pflegefälle, sondern aktivierbare Mitglieder unseres Gemeinwesens. Sie stellen durch ihre Mitarbeit bei Präventionslösungen wie SSP wertvolle Informationen für die Gesellschaft zur Verfügung und profitieren durch Aufmerksamkeit, Integration und bezahlbare Preise.

  • Darüber hinaus sind die Nutznießer des Systems die Angehörigen, die sich weniger Sorgen um ihre Lieben machen müssen
  • Die Pflegedienste, die immer größere Probleme haben, adäquates Personal einzustellen. Durch die nachfrageorientierte Pflege kann das Personal effizienter arbeiten
  • Die Kommunen, die im Rahmen ihrer Daseinsfürsorge für die Bürger den gesetzlichen Auftrag haben, die Menschen finanziell zu unterstützen und auch Pflegeheime zu betreiben.
  • Wohnungsbaugesellschaften, denn sie können altersgerechtes Servicewohnen anbieten, und das für einen überschaubaren Preis.
  • Concierge Services, denn sie wissen besser, welche Services notwendig sind.
  • Anbieter von Micro Services, denn sie können sich in die Plattform andocken und Apps anbieten.